Unsere Arbeitsweise ist  nachhaltig und naturgemäß!


"Nach Regen folgt Sonne", sagen die Bauern. Die Imker auch!
"Nach Regen folgt Sonne", sagen die Bauern. Die Imker auch!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Was treibt uns an

Leitgedanken unserer Arbeit sind zum einen die naturnahe Bienenhaltung und zum anderen die Gewinnung von hochqualitativem und vor allem rückstandsfreiem Honig. Nicht die Maximierung des Honigertrages steht dabei im Vordergrund, sondern das Wohlbefinden unsere Bienenvölker. Sie sollen sich entsprechend ihrer natürlichen Lebensweise entfalten können.

 

Für uns sind unsere Bienen kein bloßer Wirtschafts- und /oder Produktionsfaktor, sondern Lebewesen, die auch entsprechend zu behandeln sind.

 

Aus ethischen Gründen sind wir zum Beispiel auch gegen die Zucht von "10.000 Liter Hochleistungs-Milchkühen"! Derartig hohe Milchleistungen pro Jahr sind aus unserer Sicht nur durch enormen Input jedweder Art erreichbar. Zudem können derartig hohe Milchleistungen nur durch die Trennung von Mutter und Kalb im Frühstadium erreicht werden.

Kühe aus Bio Betrieben können mit maximal zwei Drittel der Milchleistung pro Jahr aufwarten. Nebenbei gesagt: Immer mehr Mediziner klagen über Antibiotikaresistente Keime in Kliniken oder bei Patienten (z.B. Keime wie MRSA oder ESBL-E.coli oder VRE...). Woher stammen diese Keime? Sie hat es im Prinzip schon immer gegeben. Nur durch ihre Resistenz gegen Antibiotika sind sie wesentlich schwerer zu behandeln! Und wie gelangen diese Keime in unseren persönlichen Kreislauf? Zum Beispiel durch unverantwortlich und übermäßig mit Antibiotika behandelte "landwirtschaftliche Nutztiere" gelangen sie in deren Gülle, mit der Gülle auf die Felder, über den Ackerboden zu den Feldfrüchten und zu guter letzt auf unseren Tisch. Auch bei Veganern!

Oder schlimmer noch: Wir werden von den resistenten Keimen, die an Lebensmitteln (i.d.R. Fleisch) anhaften, über kleine Wunden unserer Haut befallen! Hoffentlich finden die Ärzte dann noch schnell genug ein Antibiotikum das gegen diese resistenten Keime dann auch noch wirksam ist, weil immer mehr auch sogenannte Reserveantibiotika eingesetzt werden, die nach strenger Indikation nur der Humanmedizin vorbehalten sind !

Entwickeln sich auch dagegen Resistenzen, gibt es im Ernstfall nichts mehr was hilft. Müssen wir deshalb künftig unseren Sonntagsbraten mit Einmalhandschuhen zubereiten?

 

Durch die zunehmende Industrialisierung in der Landwirtschaft verschlechtert sich das Umfeld der Bienen zusehends. Wir sind überzeugt, dass unsere Arbeitsweise dazu beiträgt, dass sich unsere Bienen gegen negative äußere Einflüsse erfolgreicher zur Wehr setzten können.

Natürlich suchen sich die Bienen ihre Futterquellen selbst aus, deshalb kann eine ökologisch definierte Bienenhaltung in Mitteleuropa nicht die Bedingung erfüllen, dass die Bienen nur ökologisch bewirtschaftete oder nur nicht bewirtschaftete Naturlandflächen, sogenannte Ödland Flächen, befliegen. In unseren Breiten wird eine ökologisch biologische Bienenhaltung über deren Haltung, Pflege, Behandlung und Nutzung definiert. Das ist auch Inhalt der Richtlinien zur Bienenhaltung der EU und der Bio-Verbände.

 

Mit der Auswahl eines geeigneten Standortes kann der Imker begrenzt auf den Flugbereich der Bienen einwirken. Geeignet sind zum Beispiel Standorte, in dessen Flugbereich (Radius ca. 3-4km) keine stark befahrenen Verkehrsstraßen, Autobahnen, umweltbelastende Industrie-anlagen, Mülldeponien etc. vorhanden sind. Sehr günstig sind Wälder, Naturschutzgebiete, Stilllegungsflächen, Ödland oder umweltgerecht landwirtschaftlich bewirtschaftete Flächen.

 

Für unsere Imkerei haben wir einen Standort mit ausgedehnten Wiesen und Gärten ausgesucht und drei weitere Standorte im Wald. Einer grenzt an ein Naturschutzgebiet mit riesigen Fichten, Kiefern und Weißtannen auf 400 m üNN und ein weiterer befindet sich am Südrand eines lockeren Fichtenaltholzes auf 460 m üNN in einem nahezu vollständig von Wald umschlossenen, abgelegenen Tal mit 170m (400 - 570 m) Höhenunterschied. Der Dritte liegt im Südosten eines Höhenzuges in einem Laubwald mit beigemischten Kiefern auf 530 m Höhe.

Prägend für unsere Waldstandorte sind topographisch bedingte kleinräumige Wechsel von Waldflächen mit eingesprengtem, teilweise extensiv landwirtschaftlich genutztem Grünland, aufgelassenen Streuobstwiesen und kleinflächigem Getreide- und Maisanbau.

Dadurch ist eine Vielzahl von Lebensräumen vorhanden, mit Rückzugsgebieten für zum Teil seltene Pflanzenarten.

 

Wir betreiben keine Wanderimkerei, weil wir es ablehnen unsere Bienen kurzzeitig, über große Entfernungen, an fremde Orte zu bringen, nur um dort eine bestimmte Honigsorte zu ernten. Solche Transporte sind für die Bienen mit sehr großem Stress verbunden. Insbesondere dann, wenn beim Transport unvorhergesehene Stopps in Kauf genommen werden müssen (Staus auf der Autobahn, Unfälle, Ausfälle der Transportwägen, etc.). Da können schnell alle sorgfälltig geplanten Transportzeiten über den Haufen geworfen werden und große Hitzeeinwirkungen in den Vormittagsstunden ein zusätzliches Problem werden. Dafür können Wanderimker gegenüber Standimkern mit dem dreifachen Honigertrag rechnen. Bei Standimkereien, wie wir es sind, bleiben die Völker immer am gleichen Ort. Unsere Bienen sollen an den mit größter Sorgfalt ausgesuchten Standorten heimisch und vertraut werden. Sie sollen in das regionale Ökosystem integriert und ein Teil davon werden.

 

Wir erzeugen keine Sortenhonige, sondern Honig aus der Vielfalt zweier vollkommen unter-schiedlicher Lagen unserer Region. Wir glauben, dass wir unsere Region mit ihrer ganzen Schönheit und Ausgewogenheit dadurch am besten repräsentieren können.

 

Unsere Bienen sollen ausschließlich mit natürlichen Materialien in Kontakt kommen, deshalb sind unsere Bienenstöcke aus Weymouthskiefer gefertigt. Eine besonders leichte und wärmedämmende Holzart. Gegen Witterungseinflüsse schützen wir die Außenseiten nur durch Abflammen und lassen sie mit reinem und kaltgepresstem Leinöl (nicht Leinölfirnis) ein. Die leichte Oberflächenverkohlung verschließt die Zellen des Holzes, so dass Wasser nicht mehr so leicht eindringen kann. Die dunkle Verfärbung wirkt sich zudem positiv auf den Wärmehaushalt der Bienenstöcke aus. Das ist besonders bei langen und harten Wintern vorteilhaft.

Der Brutraum ist der zentrale Lebensort der Bienen. Wir wollen, dass unsere Bienen ihr Nest entsprechend ihrer Volksstärke ausdehnen können, ohne dass dies durch Holzleisten ein- geschränkt wird (großer Einraum Brutraum). Wir verwenden dazu besonders hohe Zanderzargen. Die Dachisolierung besteht aus ökologisch hergestellten Hanfmatten.

 

Ein wesentliche Bedürfnis unserer Bienenvölker ist ihr Wabenbau mit dem von ihnen selbst erzeugten Wachs. Waben sind sozusagen die innere Struktur des Bienenvolkes. Deshalb bauen unsere Bienen alle Waben mit ihrem eigenen Wachs aus (Naturbau). Waben, die aus Naturbau entstanden sind und nicht mehr unseren hohen Anforderungen entsprechen, schmelzen wir ein und verkaufen das Wachs. Wir verhindern dadurch, dass sich möglicherweise Rückstände durch das reguläre Brutgeschäft der Bienen festsetzen.

 

Die Jahreszeiten und die Bienen bestimmen das Aroma, der Imker die Qualität des Honigs. Dafür zu sorgen, dass die Arbeit unserer Bienen nicht durch unsachgemäße Behandlung des Honigs zunichte gemacht wird, ist uns ein ganz besonderes Anliegen. Ein wesentliches Kriterium ist der Wassergehalt, ein Weiser für den richtigen Erntezeitpunkt. Winzer stellen den Zuckergehalt über ein Refraktometer fest, wir verwenden dieses Messgerät um den Wassergehalt festzustellen. Zur Bestimmung und Abgrenzung der Honigsorten verwenden wir neben den Kriterien, Farbe, Geschmack und Konsistenz ein Messinstrument zur Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit um Hinweise auf den Mineralsoffgehalt des jeweiligen Honigs zu erhalten. Den Honig füllen wir sofort nach der Ernte in die Verkaufsgebinde ab, noch vor dem ersten Festwerden. Dabei werden unsere Honiggläser mit PVC- und Weichmacherfreien Deckeln verschlossen. Das bedeutet:

  • dass keine Zwischenlagerung des Honigs erfolgt, die eine spätere Abfüllung nur nach Erwärmen des Honigs ermöglicht.
  • dass damit Wärmeschäden ausgeschlossen sind.
  • dass unsere Gebinde größtmöglichste Lebensmittelsicherheit bieten.

Die Inhaltsstoffe von Honig und Wachs werden im Zwei-Jahres-Turnus labortechnisch untersucht.

 

Jeder Honig wird nach einer gewissen Zeit fest, d.h., dass die im naturbelassenen Honig enthaltenen Zuckermoleküle nach einer gewissen Zeit auskristallisieren. Dabei verhalten sich die verschiedenen Honigvarianten sehr unterschiedlich. Durch Rühren des Honigs während der Kristallisationsphase wird die Kristallisation unterbrochen, wodurch eine dauerhaft feincremige Konsistenz erreicht werden kann. Bereits auskristallisierten Honig kann man durch schonendes Erwärmen im Wasserbad bei maximal 38°C (besser 36 Grad) wieder verflüssigen.

Als Blütenbildung bezeichnet man die weiß verfärbten Bereiche an der Honigoberfläche oder am Innenrand des Honigglases, eine Folge der Kristallisation. Obwohl es optisch nicht schön aussieht, ist es ein Qualitätsmerkmal für besonders wasserarmen bzw. trockenen Honig.

 

Die natürlichste Vermehrung eines Bienenvolkes ist der Schwarm oder das selbstständige Umweiseln des Volkes durch Nachschaffungszellen. Im Frühjahr bricht bei den meisten Bienenvölkern der Drang zum Schwärmen aus. Die bisherige Königin möchte mit einem Teil Ihres Volkes ausziehen, sich eine neue Behausung suchen und sich dort wieder zur alten Volksstärke vermehren. Bevor dieser Schwarmdrang auf dem Höhepunkt angelangt ist legt das Volk Königinnenzellen an, damit der zurückbleibende Volksteil mit einer daraus schlüpfenden neuen Königin überlebensfähig bleibt. Diese von den Bienen selbst angelegten Königinnenzellen nennt man Schwarmzellen. Verliert ein Volk seine Königin oder lässt die Kraft ihrer alten Königin nach, dann erzieht sich das Volk über Nachschaffungszellen eine neue Königin.

 

Diese beiden im Bienenvolk stattfindenden Prozesse nutzen wir zur Vermehrung oder zur Verjüngung unserer Völker. Durch kontinuierliche Erweiterung des Brutraumes und frühzeitiges Aufsetzen der Honigräume können wir den Schwarmtrieb unserer Bienen auf natürliche Weise und in begrenztem Maß steuern. Mit Beginn des Schwarmtriebes jedoch beginnt auch für uns die Zeit hoher Betriebsamkeit. Denn unsere Völker dürfen ihrem Schwarmtrieb bis kurz vor dem Schwärmen frei folgen. Erst dann greifen wir ein und bilden Ableger mit den vorhandenen Schwarmzellen.

Für die Aufzucht junger Königinnen nutzen wir in der Regel nur natürlich entstandene Schwarmzellen, in Notsituationen auch Nachschaffungszellen. Die Frage der Inzucht und Degeneration stellt sich bei diesem Vorgehen nicht, weil sich unsere jungen Königinnen mit einer Vielzahl fremder Drohnen natürlich und frei paaren können. Wir wollen Völker erziehen und vermehren, die an unsere Standorte und kleinklimatischen Verhältnisse besonders gut angepasst sind. Die künstliche Befruchtung oder die Befruchtung unserer Königinnen auf sogenannten Belegstellen kommt für uns nicht in Frage.

 

Die künstliche Besamung der Bienenköniginnen mit Sperma von ausgesuchten Drohnen ersetzt den „Hochzeitsflug“ junger Königinnen bei dem diese dann von ca.10-20 Drohnen aus dem weiteren Umkreis begattet werden.

Imker bringen ihre Königinnen mit einem kleinen Arbeiterinnenhofstaat auf sogenannte Belegstellen (sie muss staatlich anerkannt sein), um sie dort von ausgewählten und extra dafür gezüchteten Drohnen (Bienenmännchen) begatten zu lassen. Belegstellen befinden sich weit außerhalb vom Flugradius weiterer Bienenstände, damit die Drohnen der "Allerwelts-Bienenvölker" nicht auf die Belegstellen gelangen können und damit den Zuchterfolg in Frage stellen. Deshalb müssen Imker, die Ihre Königin auf der Belegstelle begatten lassen wollen, die Drohnen ihrer Völker zuhause lassen.

Die dortigen Drohnenlinien werden insbesondere nach Sanftmut und Honigleistung ausgewählt und prämiert. Nach der möglichen Begattung werden die Königinnen mit ihrem Hofstaat wieder ihrem alten Volk zurückgegeben. Übrigens: Der Begattungserfolg auf Belegstellen ist nicht sehr hoch!

  

Unser Fütterungskonzept beruht darauf, dass wir unseren Bienen grundsätzlich einen Teil ihres eingelagerten Honigs belassen. Das soll Trachtlücken ausgleichen und zugleich Teil ihres Winterfuttervorrates sein. Bei der Fütterung unserer Bienen verwenden wir milchsauer vergorenen Bioland-Rübenzucker, dem wir zusätzlich eigenen Honig beimengen und ein Teegemisch aus Schafgarbe, Eichenrinde Brennnesselblätter, Ackerschachtelhalm und Löwenzahnblüten. Wir wollen dadurch dazu beitragen die Abwehr- und Selbstheilungskräfte unserer Bienen zu stärken.

 

Bei der Bekämpfung der Varroamilbe setzen wir vor allem auf biotechnische Verfahren (begrenzte Drohnenbrutentnahme, Brutunterbrechung durch Schwarmbildung). Zudem verwenden wir ausschließlich organische Säuren, die ohnehin im Stoffwechselkreislauf der Bienen vorkommen (Ameisen-, Milch- und Oxalsäure). Die richtige Anwendung vorausgesetzt tritt damit auch keine Rückstandsproblematik auf.

Um einen ausreichenden Erfolg zu gewährleisten, ist jedoch eine behutsame Vorgehensweise und intensive Beobachtung der Völker erforderlich.

Wir lehnen "Akarizide" ab. Diese von der Industrie entwickelten Wirkstoffe zur Bekämpfung der Milben sind fettlöslich und reichern sich im Wachs der Waben an. Sie belasten unsere Bienen, ihre Brut, den in den Waben eingelagerten Honig und damit uns selbst.


Wir setzen keinerlei Chemikalien zur Desinfektion der Bienenstöcke und Wabenrähmchen ein. Wir desinfizieren ausschließlich durch mechanische Bearbeitung, Auskochen und / oder Abflammen. Das ist sehr langwierig und zeitraubend, aber ganz und gar chemiefrei! Nur so können wir sicher stellen, dass weder die Bienen noch das Wachs oder der Honig von möglichen Rückständen der Desinfektion belastet werden. Das belegen auch unsere Wachsanalysen, die von den Labors der Universität Hohenheim bei Stuttgart durchgeführt werden.